Jugendarbeit befindet sich in einem ständigen Prozess des Wandels. Dabei bleiben die Grundstrukturen und definierten Ziele innerhalb der Arbeit für und mit Jugendlichen erhalten. Den Jugendlichen von heute stehen unbegrenzte Möglichkeiten in den verschiedensten Bereichen des alltäglichen Lebens zur Verfügung. Die multimediale Kommunikation und damit verbunden, die Option, schnell viele Informationen abrufen zu können, ermöglicht einen vielfältigen Markt von Angeboten, so z. B. innerhalb der Freizeitgestaltung heutiger Jugendlicher. Allein, dass die Möglichkeit zur Beschaffung von Informationen und zur schnelleren Kommunikation durch eine hohe Vernetzung untereinander gegeben ist, bedeutet nicht, dass Jugendliche diese Chance auch adäquat nutzen und Vernetzung, bzw. Kommunikation überhaupt oder verbindlich geschieht!

Ein weiteres Merkmal der Erlebniswelt heutiger Jugendlicher ist die scheinbar „hochwertigere“ Qualifikation der schulischen und außerschulischen Ausbildungsangebote. Diese soll durch ein „effizienteres Lernen“ durch Verkürzung der gesamten Lehr- und Lernzeit erreicht werden. Um diesen „positiven Effekt“ zu erreichen, lernen Vorschulkinder bereits ihre ersten Englischvokabeln. Grundschüler dürfen schon früh ihre ersten Erfahrungen mit dem Nachmittagsunterricht machen und Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen kennen bereits Wochenpläne mit 38 und mehr Stunden Unterricht!

Dazu kommen dann noch Trainingsphasen der Sportvereine, Übungssequenzen zum Erlernen eines Musikinstrumentes und das Ausarbeiten von Gruppenstunden für kirchliche Angebote innerhalb der Arbeit für Kinder und Jugendliche zum guten Ausgleich vom schulischen Alltag und zur physischen wie psychischen Erbauung der Heranwachsenden.

Das alles ist noch exklusive der anzufertigenden Hausaufgaben sowie des kontinuierlichen Lernens, geschweige denn einer erwünschten Mithilfe bei der Erledigung des familiären Haushalts. Der geneigte und interessierte Leser dieser Zeilen führt seine Gedanken zur Lebbarkeit von ehrenamtlichen Strukturen an dieser Stelle bitte selbständig weiter.

Kirchliche Jugendarbeit steht für Kontinuität, Qualität und natürlich Spiritualität! Sie steht für Gemeinschaft und Zusammenhalt und will dabei den Einzelnen im Blick behalten. Um dies leisten zu können muss kirchliche Jugendarbeit Grenzen aufzeigen, Verbindlichkeit und Verlässlichkeit einfordern – Dinge die zutiefst unattraktiv scheinen und nicht dem Zeitgeist entsprechen. Dabei geht die Hauptressource dieser Arbeit verloren: ehrenamtlich engagierte Jugendliche!!!